Geistesgegenwärtig 1964 -2014
Seit 1964 vergibt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay und den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Mit der Einrichtung neuer Preise wollte die Akademie 1964 ein entschieden literaturpolitisches Zeichen setzen, so der damalige Präsident Hanns W. Eppelsheimer. Die Akademie müsse sich mit ihrer Hilfe den »bei uns vernachlässigten Gebieten« zuwenden, der Kritik, dem Essay oder dem »wissenschaftlichen, aber literarisch geschriebenen Buch«.
Im Jahr 2015 konnten diese beiden Preise auf eine fünfzigjährige Geschichte zurückblicken. Anlässlich dieses Jubiläums entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung »Geistesgegenwärtig. Johann-Heinrich-Merck-Preis und Sigmund-Freud-Preis 1964-2014: Szenen einer deutschen Kulturgeschichte«.
Das gleichnamige Begleitbuch enthält eine reich bebilderte kritische Geschichte der beiden Preise von Helmut Böttiger. Dokumentiert ist auch das für die Ausstellung entstandene fotografische Projekt von Isolde Ohlbaum über die Arbeitsplätze vieler der in den letzten Jahrzehnten Ausgezeichneten, jener Orte, an denen ihre Gedanken entstehen und festgehalten werden.
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
© Hessisches Landesmuseum Darmstadt


© Hessisches Landesmuseum Darmstadt/
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Blick in den Eingangsbereich der Ausstellung
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

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Ausstellung und Publikation sollten keinen Lobgesang auf die beiden Preise anstimmen, vielmehr verstanden sie die Preise und ihre Geschichte als Seismographen der deutschen Kulturgeschichte, an denen die wechselvolle Entwicklung der Schreibkultur und ihrer Medien ebenso erkennbar wird wie künstlerische oder wissenschaftliche Zeitströmungen.
Design: Diethard Keppler

Die Beratungen in den Gremien, die über die Vergabe der Preise befunden haben, die vielen Preisträger und ihre so unterschiedlichen Arbeiten aus den verschiedenen kulturellen und wissenschaftlichen Bereichen, die Resonanz unter den Kollegen und in der Öffentlichkeit, all dies fügte sich im kritischen Rückblick zu einem Panorama des intellektuellen, künstlerischen Lebens der letzten 50 Jahre. Aktuelle Veränderungen bildeten dabei einen wichtigen Bezugspunkt dieser Preisgeschichten: das sich wandelnde Verhältnis zwischen dem kritischen Geschäft und seinen künstlerischen Gegenständen, die Fragen nach dem »Wert« und dem »Umfang der Literatur«, nach der öffentlichen Rolle der Wissenschaften oder auch den sich verändernden Arbeitsweisen des Autors.

mit Präparaten der »Darwinfinken«, dem Buch von Charles Darwin: The Origin of Species
(2. Aufl. 1860) sowie einem Brief von Charles Darwin an Lady Drysdale, 22./29.10.1859
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
© Hessisches Landesmuseum Darmstadt/
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

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Zu allen Ausgezeichneten wurden ein oder zwei Veröffentlichungen
ausgewählt, die in der Zeit der Preisentscheidung vorlagen.
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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von Peter Rühmkorf, Merck-Preisträger des Jahres 1976
(Leihgabe des Deutschen Literaturarchivs Marbach)
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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von Klaus Theweleit, Merck-Preisträger im Jahr 2003
(Leihgabe des Deutschen Literaturarchivs Marbach)
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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mit Isolde Ohlbaums im Jahr 2014 entstandenen Fotografien
der Arbeitsplätze der Preisträgerinnen und Preisträger
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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