
seine Begegnung mit Joachim Kaiser,
Merck-Preisträger im Jahr 1970
Dauer: 1:45 Minuten
© Foto: Isolde Ohlbaum
»Was den Essayisten und den Architekten vielleicht verbindet, ist das, was im Französischen durch das Wort essai, also Versuch, bezeichnet wird: der Versuch, eine Form für etwas zu finden, was bisher so noch nicht sagbar oder vorstellbar war.«
»Maaks Texte sind immer ansteckende Beschreibungen der realen Welt – Begeisterung ist seine Form des Fundamentalismus. Gegen das digitale Aufrücken kämpft Maak für das Analoge.«
© Foto rechts: Andreas Reeg

»Mir scheint, dass die sprachlichen Kategorien, in denen wir Städte, Plätze und Häuser beschreiben, denken und planen, die grundlegenden Wandlungen, zu denen es jetzt kommt, nicht fassen können. Das fängt mit dem Gegensatz von ›öffentlich‹ und ›privat‹ an. Was heißt das genau?«
© Foto links: Isolde Ohlbaum

»Tatsächlich sind viele der großen Fragen der Gegenwart ja Raumfragen und Fragen der gebauten Welt. Wenn vierzig Prozent aller klimaschädlichen Gase, also mehr als der Individualverkehr und der Flugverkehr zusammen, durch den Bau, Betrieb und den Abriss von Gebäuden entstehen, dann ist die Frage des Klimawandels eben auch eine Frage des Bauens – und einer Sprache, die es schaffen kann, mitreißend und klar und in der gebotenen Dringlichkeit über die paradoxe Situation zu sprechen, in der sich die Architektur heute befindet: dass nämlich aus ökologischen Gründen am besten für lange Zeit erst einmal gar nichts gebaut werden sollte, andererseits, um die Millionen von Menschen zu beherbergen, die in die Ballungsräume strömen, aber so viel wie nie zuvor gebaut werden muss – und gleichzeitig verhindert werden müsste, dass die Zentren unserer Städte zunehmend veröden und sich in ein begehbares Anlagedepot voller unbewohnter Luxuswohnungen verwandeln. Über all das muss öffentlich gestritten werden, für all das muss man eine Sprache finden.«

vor Beginn der Preisverleihung am 5. November 2022
© Foto: Isolde Ohlbaum